Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Tourismus als Chance für Wirtschaft und die Bevölkerung am Oberrhein und der RegioTriRhena

Mit ca. 30 Millionen Übernachtungen und 200.000 Betten liegt die trinationale Tourismusregion auf Augenhöhe mit der Toskana und Südtirol.

Der europäische Binnenmarkt und die bilateralen Verträge Schweiz-EU begünstigen die Integration in der deutsch-französisch-schweizerischen Grenzregion. Das gemeinsame Ziel der Zusammenarbeit ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Oberrhein­raums im Bereich Tourismus weiter zu verbessern und das touristische Profil zu schärfen. 

Dabei geht es neben der Attraktivität der Region für die auswärtigen Besucher insbesondere auch um den grenzüberschreitenden Binnentourismus, um neben den wirtschaftlichen Zielen auch die kulturelle Integration der Menschen in unserer Region zu stärken.

Um dies umzusetzen, wurden in der Vergangenheit eine Vielzahl von Massnahmen und Aktivitäten ausgeführt. Als Beispiele können genannt werden: das gemeinsame Destina­tionsmarketing Upperrhine Valley, die Projekte Burgen am Oberrhein und Mythische Orte, der grenzüberschreitende Guide Michelin und die Landesgartenschauen in Kehl, Weil am Rhein und Neuenburg am Rhein, der Dichterpfad, Radwegekarten, die Route Verde, der Museumspass, ein Studiengang Tourismus. Ein wichtiges Instrument zur Förderung dieser Projekte ist seit über 35 Jahren das EU- Programm Interreg, welches die Stärkung des regionalen Zusammen­halts in Wirtschaft und Tourismus ermöglicht.

Die RegioTriRhena sieht ein grosses Potential zur Stärkung und Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich des Tourismus. Sie ermuntert in diesem Sinne die Politik und Tourismusakteure der Grenzregion und schlägt folgende Handlungsfelder und Massnahmen vor:

  • Die Schaffung gemeinsamer Erlebnisräume, da sich die Bevölkerung und Gäste nicht an Landesgrenzen orientieren, sondern an zusammenhängenden Kultur- und Naturräumen.
  • Die Entwicklung neuer Kooperationen der touristischen Anbieter, um die regionale Attraktivität und die Zahl sicherer Arbeitsplätze zu steigern.
  • Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, Marketing und Infrastrukturen, um die Effizienz zu erhöhen.
  • Die Förderung neuer integrierter, touristischer Angebote respektive der Weiterentwicklung bestehender Angebote zur Stärkung der Resilienz, der Sozial- und Umweltverträglichkeit und der integrierten Ausrichtung des Tourismus.
  • Die verbesserte Sichtbarmachung der touristischen Angebote auch und insbesondere für die regionale Bevölkerung, nach dem Motto: warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.
  • Eine Fortführung des grenzüberschreitenden Austauschs im Rahmen des Expertenausschusses Tourismus der Oberrheinkonferenz. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung, der Weiter- und Ausbildung, des Fachkräftemangels und des zeit- und ortsbedingten Overtourism, wie z.B. der Weihnachtsmärkte.
  • Die grenzüberschreitende Weiterentwicklung von Wander- und Radwegen, Themenrouten wie Schlösser, Gärten, Parks, SlowUp, Wein, Geschichte, Uhren, etc. Der Rhein als verbindendes Element, die Wiederbelebung der traditionellen Hirsebreifahrt.
  • Die Förderung des grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehrs, z.B. durch Gültigkeit von Tickets, und den Ausbau neuer Linien und Fahrplanverdichtung, um die nachhaltige Erreichbarkeit auch für den Tourismus zu verbessern. 
  • Die Förderung des Sprachverständnis und die Bewusstmachung der Trinationalität u.a. durch mehrsprachige Ausschilderungen und Mehrsprachigkeit von Speisekarten.
  • Ein zunehmender Bereich des Zusammenlebens nehmt Veranstaltungen ein: Messen, Ausstellungen, Festivals, Märkte, Konzerte, Museen, Open Airs. Sowohl die Abstimmung, die technische Kooperation und das Marketing können ein Thema auch in der trinationalen Region sein.
  • Die Einrichtung einer jährlichen trinationalen Tourismuskonferenz in der ArtRhena könnte dazu beitragen, den Prozess der Weiterentwicklung des Tourismus zu verstetigen, Fortschritte zu beobachten und projekt- und themenorientierte Arbeitstrukturen zu etablieren.

Die RegioTriRhena als grenzüberschreitendes Unternehmensnetzwerk regt an, diese vielfältigen Themen als Anregung nicht nur für den Weiterentwicklung des internationalen Tourismus zu verstehen, sondern durch die verstärkte regionale Nutzung der so vielfältigen Möglichkeiten zu einer Stärkung der kulturellen und sozialen Integration unserer trinationalen Region am Oberrhein beizutragen.