Pressemitteilung: Arbeitsmarkt RegioTriRhena Veranstaltung am 18. September 2006 im Rathaus Basel thematisierte die Zukunft des grenzübergreifenden Arbeitsmarktes am südlichen Oberrhein Welche Probleme und welche Chancen ergeben sich für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt der RegioTriRhena? Was zeichnet einen integrierten Arbeitsmarkt in der Dreiländerregion aus? Wie bedeutsam ist die Sprachkompetenz für Berufschancen? Diesen und anderen Fragen ging die Fachveranstaltung „Arbeitsmarkt RegioTriRhena“ am 18. September 2006 im Basler Rathaus nach, die gemeinsam vom RegioTriRhena-Rat, der RegioGesellschaft-Schwarzwald-Oberrhein, der REGIO BASILIENSIS und dem Netzwerk EURES-T Oberrhein ausgerichtet wurde. Zielpublikum waren Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und dem Bildungssektor. Mit der Veranstaltung wurde eine Bestandsaufnahme des Arbeitsmarktes anhand fundierter Erfahrungsberichte von Arbeitgebern aus den drei Ländern gemacht werden. „Der Arbeitsmarkt in der RegioTriRhena ist grundsätzlich eine Einbahnstrasse“, unterstrich Dr. Andreas Burkhardt, Präsident des Großen Rates des Kantons Basel-Stadt und Direktor der Handelskammer beider Basel, in seiner Einführung. Für die Einseitigkeit der Grenzgängerströme von Frankreich und Deutschland Richtung Schweiz und von Frankreich nach Deutschland nannte er als Gründe unterschiedliche Lohnniveaus und Arbeitsbedingungen. Der Präsident des RegioTriRhena-Rates und Basler Regierungsrat Dr. Guy Morin forderte in seinem Einführungsstatement: „Gemeinsam muss uns aber der Wille sein, im Rahmen unserer Kompetenzen und Möglichkeiten die Verhältnisse so zu gestalten, dass die Grenzlage, in der wir uns nun mal befinden, nicht zum Nachteil unserer Region, ihrer Wirtschaft und insbesondere ihrer Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird. Vielmehr müssen wir danach streben, die Grenzhindernisse für Personen, aber auch Waren und Dienstleistungen, möglichst abzubauen, um das Potential, welches unsere Region bietet, noch besser gemeinsam nutzen zu können.“ Ungleichgewichte im Arbeitsmarkt wurden als besonderes Problem von den Referenten thematisiert. „Je spezieller die Mitarbeiter qualifiziert sind, umso größer ist die Asymmetrie“, berichtet Peter Lepkojis, Verwaltungsdirektor des Kreiskrankenhauses Lörrach. Der Gesundheitssektor im deutschen Teil der Regio hat mit der Abwanderung von Fachkräften Richtung Schweiz zu kämpfen. Die Gründe: Gehaltsunterschiede und Arbeitsplatzbedingungen. Dass Arbeitskräftemangel jedoch nicht für alle Arbeitsbereiche ein Problem darstellt, bestätigte Mario Hecklen, Geschäftsführer der Fa. Textiles en Biais in St. Louis. Er habe seit Beginn seiner Tätigkeit keine einzige Abwanderung eines Arbeitnehmers Richtung Schweiz verzeichnet. Bruno Weissen, Personalchef Basel des Pharma- und Diagnostika-Unternehmen Roche AG in Basel, hob dagegen die Bedeutung der Globalisierung für den Arbeitsmarkt hervor. Eine regionale Eingrenzung der Suche nach Arbeitskräften sei für einen „Global Player“ wie Roche nicht weder möglich noch wünschenswert. Kritik äußerte er gegenüber den kleinpolitischen Strukturen der Region und den Auswirkungen auf die Schulen. Die Ausbildung sei grundsätzlich zu wenig auf Leistung ausgerichtet für eine Vorbereitung auf die spätere Berufsausübung. „Das geht in die falsche Richtung“, lautete seine Einschätzung. Die Region sei aber für ausländische Arbeitskräfte grundsätzlich attraktiv, beispielsweise aufgrund der guten Anbindung – auch im Nahverkehr. Dagegen unterstrich Beat Britt, Schweizer Berater beim Arbeitsberatungsnetzwerk EURES-T Oberrhein, in der engagiert geführten Podiumsdiskussion den guten Ruf regionaler Hochschulen. Dies sei grundsätzlich von Vorteil bei der Arbeitsplatzsuche. |